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3. Deutsch-Russischer Stammtisch in Leipzig – Politik, Wirtschaft und Kultur

Referent: Markus Wild, Pressesprecher der Verbundnetz Gas AG

Am 15. April 2008 fand nunmehr der dritte deutsch-russische Stammtisch für Politik, Wirtschaft und Kultur der Regionalgruppe Leipzig des dialog e.V. statt – im gemütlichen Ambiente des Schwalbennestes der Moritz-bastei, einem der Kellergewölbe des größten Studentenclubs Europas. Dieses Mal konnte Markus Wild, Pressesprecher der Verbundnetz Gas AG, als Vortragender für das Eingangsreferat gewonnen werden.

Markus Wild während des Vortrags

Markus Wild während des Vortrags

Die VNG ist der größte eigenständige Großkonzern in Ostdeutschland mit Haupt-sitz in Leipzig. Der drittgrößte deutsche Erdgasimporteur, mit europaweiter Tätigkeit, unterhält insbesondere sehr enge und gute Beziehungen zu seinen russischen Partnern und unterstützt den Austausch zwischen den beiden Ländern - sei es im kulturellen, politischen oder wirtschaftlichen Bereich. Russlands Gaskonzern „Gazprom“ ist mit fünf Prozent an der VNG beteiligt. Markus Wild stellte während seines Vortrages heraus, dass die VNG maßgeblich an der Pflege des Netzwerkes mit den Rohstofflieferanten und den Produzenten interessiert ist, um etwaige Konkurrenzsituationen zu vermeiden. Es wurde deutlich, dass die VNG eine breite Diversifi-zierung bei den Rohstoff-lieferungen unterhält und Langzeitverträge mit den Produzenten bis zum Jahr 2030 abgeschlossen hat. So bestehen auch neben der engen Beziehung zu Russland gute Geschäftsverbindungen nach Norwegen und anderen westeuropäischen Gaslieferanten. Die Abhängigkeit vom russischen Markt nahm aus diesem Grund im Zeitablauf ab. Wurden früher Dreiviertel des Erdgases aus Russland bezogen, beläuft sich das Volumen nunmehr auf die Hälfte der gesamten Verteilungsmasse. Im Juni 2008 besteht die Geschäftsbeziehung mit Russland 35 Jahre.

Markus Wild betonte in seinem Vortrag die durchaus funktionierenden Beziehungen mit den russischen Partnern. Dennoch verschwieg er nicht auftretende Schwierigkeiten, die bei Erdgasbezug aus Russland auftreten. So benötigt der Rohstoff eine Woche bis er aus Sibirien Deutschland erreicht. Auf die Frage, in wie fern die Politik die Zusammenarbeit mit den russischen Partnern beeinflusst, betonte er, dass das Credo „Business statt Politik“ die Kooperation bestimmt.

Im Anschluss an die einleitenden Worte zur Tätigkeit der VNG veranschaulichte Herr Wild die Verhältnisse der russischen Erdgasproduzenten in Sibirien anhand eindrucksvoller Bilder, die während seines letzten Aufenthalts in der Ergassiedlung Jamburg im Januar dieses Jahres, entstanden sind. Initiiert wurde die Reise durch Thomas Junker (Journalist des MDR), der eine Dokumentation über die Gasstadt am Polarkreis drehte und durch die VNG bei diesem Vorhaben unterstützt wurde. Die Fotos veranschaulich-ten den Unterschied zwischen Hightech des Werks und den Lebensbedingungen der ansässigen Einwohner eindrucksvoll. So besuchte das Team um Herrn Wild und Herrn Junker bei minus 37°C sowohl die Ureinwohner, die nach eigener Aussage ihr Nomadenleben nicht aufgeben werden, als auch die dortige Gasaufbe-reitungsanlage, welche sich durch einen hohen Standard an Hightech und durch die professionellen Arbeitsverhältnisse auszeichnet. Insofern gewannen 41 Besucher an diesem Abend einen aufschlussreichen Einblick in die Tätigkeit der VNG und ihrer Geschäftsbeziehungen zu den russischen Erd-gasproduzenten. Aber auch die Lebensbedingungen in Sibirien wurden dem Publikum eindrucksvoll näher gebracht. Im Anschluss an das Impulsreferat und die anschließende Diskussion war Gele-genheit miteinander ins Gespräch zu kommen, Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Der Stammtisch findet einmal im Quartal statt, um Russlandinteressenten an einen Tisch und in Dialog zu bringen. Die erfolgreiche Tradition eines Auftaktre-ferats bereichert den Abend inhaltlich und bietet den Anwesenden einen Einblick hinter die Kulissen verschiedenster Themen.

Der nächste Stammtisch wird wahrscheinlich im Juli dieses Jahres stattfinden.

Materialien zum Download
Veranstaltungsbericht im Format PDF